Die Balanced Scorecard (BSC) wurde anfangs der 1990er-Jahre von Kaplan und Norton in Harvard entwickelt und zählt heute zu den klassischen Planungs- und Führungsinstrumenten.
Die Balanced Scorecard umfasst, neben den klassischen Finanzkennzahlen, unternehmensübergreifenden Kennzahlen (KPIs). Mit der Balanced Scorecard werden die strategischen Ziele eines Unternehmens in konkrete Zahlen übersetzt. Unternehmen verfügen so über ein einfaches Mittel, Unternehmenserfolg zu messen und zu überwachen.
Die Managementmethode hat sich deshalb so erfolgreich durchgesetzt, weil strategische Ziele eines Unternehmens anhand von Fakten überprüft werden und sich die Anwendung der Balanced Scorecard im Unternehmensalltag bis auf Mitarbeiterstufe auswirkt. Mit der Betrachtung der KPIs richten Managerinnen und Manager ihren Blick über die Finanzen hinaus auf das ganze Unternehmen. Die Balanced Scorecard eignet sich für die Anwendung im Alltag, da die KPIs übersichtlich dargestellt werden können (zum Beispiel in Form eines Excel-Blatts oder eines Management Dashboards.)
Die Balanced Scorecard weist den Nachteil auf, dass sie auf statischen Zahlen basiert und den Fokus auf Resultate aus der Vergangenheit richtet. Kennzahlen, welche negative Entwicklungen zeitlich verzögert ausdrücken, (zum Beispiel die Fluktuationsrate), können schlecht für präventive Massnahmen genutzt werden. Gerade bei nicht finanziellen Kennzahlen fällt es schwer zu beurteilen, ob die gewählten Faktoren aussagekräftig sind, da dahinter stehende Ursache-Wirkungsbeziehungen mit der Balanced Scorecard nicht beschrieben werden.
Kritische Stimmen äussern zudem, dass auch eine gut geführte Balanced Scorecard, welche auf die falschen KPIs konzentriert, zu schlechten Resultaten führt. Der Ansatz verleitet, sich ausschliesslich auf KPIs zu konzentrieren. Werden die KPIs zudem nicht genügend verstanden, geraten Unternehmen in Gefahr, in die Irre geführt zu werden.